- Kolumne
103: Pasta al limone
Vitamin C kann überraschende Nebenwirkungen haben. Dazu gibt es cremige Pasta al limone mit Zitronenwissen.
Ein Beitrag von Torsten Kluske
Nüchtern und gesund - dank Vitamin C
Vitamin C, auch Ascorbinsäure genannt, ist ein Radikalfänger. Und was die Bräunung von Obststücken verhindert, könnte auch vor Krankheiten schützen – so zumindest die Überzeugung meines Vaters. Geht es um die Medikation solcher alternativen Mittel, lautet sein Motto: „Viel hilft viel.“
Eine Zeitlang rührte er daher täglich löffelweise Ascorbinsäure in ein Glas Wasser und trank es in einem Zug aus. Dabei machte er eine erstaunliche Entdeckung: Wer vor einer Feier ein Glas mit einer absurd hohen Dosis Vitamin C trinkt, wird später nicht betrunken.
Das funktioniert: Durch die Kombination von Ascorbinsäure und anschließendem Alkoholgenuss bekommt man auf der Stelle so starken Durchfall, dass man den Rest des Abends nicht an der Bar, sondern auf der Toilette verbringt. So bleibt man garantiert nüchtern.
Mein Schwager kann die Wirkung bestätigen. Er hat es auf Anraten meines Vaters ausprobiert, ohne allerdings die Nebenwirkungen genau erklärt zu bekommen.
Kommen wir zu einem erfreulicheren Thema: Heute gibt es Pasta al limone. Keine Angst, die Dosis an Vitamin C ist überschaubar. Der Saft einer frischen Zitrone enthält nur ca. 0,05 g, da wird ein begleitendes Gläschen Weißwein keine Probleme verursachen.
Übrigens: In Kochsendungen wird häufig eine Limette fälschlich als „Limone“ bezeichnet. Dabei ist die Limette nur die kleine Schwester der Limone. Eine Limone ist eine Zitrone, im Englischen „Lemon“.
Das aus dem Französischen stammende Wort „Limonade“ bezeichnete ursprünglich ein Getränk aus Zitronen. Eine Zitronen-Limonade ist also doppelt gemoppelt. Rhetorisch spricht man von einem „Pleonasmus“: so wie „kreisrund“, „blutrot“ oder eine „exakte Kopie“.
Doch ich schweife ab. So wie für eine leckere Limonade eignen sich für die Nudelsauce am besten Zitronen mit einem hohen Zuckergehalt, beispielsweise „Amalfi-Zitronen“. Diese bekommt man z.B. zur Zeit bei Rewe.
Alternativ bietet es sich an, die Sauce mit etwas Zucker abzuschmecken.
Rezept
Zutaten für 2 Portionen:
- 200 g Spaghetti
- 1 Bio-Zitrone
- 50 ml Gemüsebrühe oder Wasser
- 1 TL Mehl (gehäuft, Typ 405)
- 50 g Butter
- 50 g fein geriebener Parmesan oder Grana Padano (nicht zu lange gereift)
- Salz, Zucker und Pfeffer zum Abschmecken
Zubereitung:
- Spaghetti kochen: Die Spaghetti in Salzwasser al dente kochen. Etwas Nudelwasser zum späteren Anpassen der Sauce aufheben.
- Zitrone vorbereiten: Währenddessen die Zitrone fein abreiben und auspressen. Abrieb und Saft bereithalten.
- Basis anschwitzen: Die Butter in einer Pfanne schmelzen, den Zitronenabrieb hinzufügen und kurz erhitzen, ohne die Butter bräunen zu lassen. Mit Mehl bestäuben, gut verrühren und anschwitzen.
- Sauce binden: Den Zitronensaft und die Brühe einrühren. Die Sauce leicht köcheln lassen, bis sie cremig wird, bei Bedarf mit Nudelwasser verdünnen.
- Fertigstellen: Mit Salz, Zucker und Pfeffer abschmecken, die Pfanne vom Herd nehmen und den Käse unterrühren. Die heißen Spaghetti in der Sauce schwenken und sofort servieren.
Zum Video geht es hier entlang.
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