109: Spargel-Pasta

Spargel-Pasta mit Rucola und karamellisierter Sahne: ein Wochenrezept, plus zehn Küchenfragen und ehrliche Antworten.

Ein Beitrag von Torsten Kluske

Das Rezept der Woche: Spargel-Pasta mit Rucola und karamellisierter Sahne.

Inspiriert hat mich dazu ein Kochabend mit Freunden. Dirk, der Gastgeber des Abends, hatte das Gericht in der Süddeutschen gefunden. Im Anhang findet ihr meine Version – der eine oder andere Gin & Tonic hat die originale Rezeptur verwässert, um nicht zu sagen: “veralkoholisisert”. Sie erschien mir auch recht kompliziert.

Doch zuerst zehn Fragen, die mir die Redaktion der Zeitschrift “Mein Ratgeber Haus und Familie” geschickt hat. Viel Vergnügen mit meinen Antworten.

Bevor Sie „am Herd“ landeten, feierten Sie große Erfolge als Musiker – wie verschlug es Sie in die Küche?
Unser Sohn wurde 2002 geboren und das war auch das Jahr, in dem wir mit unserer Band VIVID die letzte Tour gespielt haben. Als junge Familie stand natürlich das Kochen und gesunde Ernährung stärker im Focus, sodass wir täglich selbst und frisch gekocht haben. Im Laufe der Zeit wurde das Kochen für mich dann immer mehr zur Leidenschaft und später zum Beruf.

Sie haben bereits einen Ratgeber über Messer verfasst, in Ihrem neuen Buch beschreiben Sie die optimale Küchenausstattung. Welches Utensil ist hier Ihr persönlicher Liebling?
Neben 2–3 guten Messern ist für mich ein Mixstab in der Küche unverzichtbar, am besten mit einem Blitzhacker-Aufsatz.

In „Küchenwissen mit Besserbissen“ stellen Sie viele kalte Rezepte vor, geben aber auch z.B. Tipps für die Zubereitung des perfekten Schnitzels. Sind Sie eher Team „kaltes Buffet“ oder „etwas Warmes braucht der Mensch“?
Für mich sind kalte Zubereitungen der perfekte Einstieg, um Kochen zu lernen: Zum einen geht es natürlich schneller, wenn Zutaten für ein Gericht nicht erhitzt werden müssen, zum anderen schließt man das Risiko aus, das Fleisch zu zäh oder Gemüse matschig wird.

Geht es in Ihrer Küche stets wohlgeordnet und vorbereitet zu oder sind Sie eher der Meister der Improvisation?
Durch die zahlreichen Kochkurse, die ich gegeben habe, bin ich mittlerweile sehr gut im
Improvisieren: Wenn bis zu 30 Personen zusammen kochen, geht immer etwas schief und muss gerettet werden. Bei Kochkursen habe ich aber auch gelernt, wie wichtig ein gutes Mise en place, also das Vorbereiten des Arbeitsplatzes beim Kochen ist. Wenn ich selber koche, bin ich für gewöhnlich sehr gut organisiert.

Verraten Sie uns Ihr persönliches Leibgericht und ob Sie es selber kochen bzw. wer es kocht?
Für eine gute Pizza bin ich immer zu haben. Im Garten habe ich daher auch einen holzbefeuerten Pizzaofen mit Schamott-Steinen.

Gast bzw. Gastgeber: Welche Rolle gefällt Ihnen besser?
Ich bin immer froh, wenn ich mal nicht selber kochen muss und da mir so gut wie alles schmeckt, bin ich ein hervorragender Gast.

Aus privater Sicht: Verderben viele Köche den Brei oder ist gemeinsames Kochen ein
Geschmacksverstärker?
Kochen mit vielen funktioniert nach meiner Erfahrung nur, wenn eine Person das Ruder übernimmt und das Ganze steuert. Die Aufgaben müssen klar verteilt sein, ansonsten entsteht oft Chaos.

Was findet man immer in Ihrem Kühlschrank?
Butter und Milch.

Welche Zutat ist Ihr „Endgegner“? (z.B., weil es Ihnen so gar nicht schmeckt oder Ihnen trotz Ihres Könnens immer mal wieder ein Gericht vermasselt hat…)
Obwohl ich nun schon seit fast 20 Jahren professionell koche, ist Salz der Endgegner. Es passiert mit immer noch hin und wieder, dass ein Gericht, das ich gekocht habe, zu fade oder zu „hart am Salz“ ist.

Musik machen versus Kochen: Was erfordert mehr Kreativität – und wobei können Sie heute besser entspannen?
Beide Themenwelten sind sich erstaunlich ähnlich, was die Kreativität angeht: es gibt Vorgaben (Zutaten beim Kochen, Noten bei der Musik) mit denen man arbeitet. Mal entsteht daraus etwas Neues, mal wiederholt man nur das, was es schon gab. Und bei all dem geht es darum, den Geschmack anderer Menschen zu treffen. Das ist nicht immer einfach. Besser entspannen kann ich heute beim Kochen, vor allem wenn ich alleine arbeite. Als Band war es nicht immer leicht, die Wünsche der einzelnen Bandmitglieder unter einen Hut zu bringen. Auch bei Musik sind die Geschmäcker schließlich verschieden.

Und nun zum Rezept:

Rezept

Zutaten für 2 Portionen

  • 200 g kurze Röhrennudeln (z. B. Penne)
  • 500 g weißer Spargel
  • 50 g Rucola
  • 400 ml Sahne
  • ca. 700 ml Gemüsebrühe
  • Salz
  • Zucker
  • Pfeffer
  • Zitronensaft

Zutaten Optional:

  • fein geschnittene Salzzitronenschale
  • fermentierter Pfeffer

Zubereitung

  1. Sahne einkochen: Die Sahne in einer Pfanne bei mittlerer Hitze stark einkochen, bis sie leicht bräunt. Stelle sie beiseite, während du die übrigen Komponenten vorbereitest.
  2. Spargel vorbereiten: In der Zwischenzeit den Spargel schälen, die holzigen Enden entfernen und die Stangen in mundgerechte Stücke schneiden. Schalen und Endstücke in einen Topf geben, darauf die Spargelstücke legen.
  3. Spargel garen: Mit Gemüsebrühe auffüllen, sodass die Spargelstücke nicht ganz bedeckt sind und noch leicht aus der Brühe ragen – so werden sie eher gedämpft als gekocht. Mit Salz, Zucker und etwas Zitronensaft würzen und den Spargel etwa 15 Minuten bissfest garen.
  4. Nudeln im Sud kochen: Den Spargel aus dem Sud nehmen und beiseitestellen, dann den Sud durch ein Sieb in einen Topf gießen. Darin die Nudeln garen und bei Bedarf noch etwas Gemüsebrühe zufügen.
  5. Sauce vollenden und servieren: Sobald die Nudeln gar sind, etwas Nudelkochwasser zur eingekochten Sahne geben, bis eine cremige Sauce entsteht, und mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken. Optional die fein geschnittene Salzzitrone und etwas fermentierten Pfeffer unterrühren, dann Nudeln, Spargelstücke und den grob geschnittenen Rucola unter die Sauce mischen und servieren.

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