83 Zimt-Sterne

Wie man Zimtsterne und nicht ausersehen Todesstern herrstellt.

Ein Beitrag von Torsten Kluske

Wenn Weihnachten der Todesstern kommt

Der Todestern verbreitet nicht nur in der Star Wars-Sage Angst und Schrecken. Er landet auch alljährlich zur Weihnachtszeit auf unseren Plätzchentellern: Als Zimtstern.

“Kinder sollten in der Weihnachtszeit nicht mehr als sechs kleine Zimtsterne am Tag essen, um eine Vergiftung mit Cumarin zu vermeiden” warnt zum Beispiel die AOK. Ja, der Tod lauert überall.

Cumarin ist der Stoff, der Waldmeister, Tonkabohne und Cassia-Zimt sein typisches Aroma verleiht: leicht süßlich, würzig und mit heuartig-grasiger Note. Oft wird Vanille oder Mandel damit assoziiert. Cumarin wird bei der Verdauung in der Leber abgebaut, was bei hoher Dosis zu Organschäden führen kann. Die EU hat daher den Grenzwert auf 0,1 mg Cumarin pro kg Körpergewicht festgelegt.

Es gibt aber zwei Zimt-Sorten, bei denen man den Taschenrechner getrost stecken lassen kann: Beide enthalten so wenig Cumarin, dass die Gefahr, durch Zimtsterne zu sterben weitestgehend auszuschließen ist. Es sei denn, man verschluckt sich an ihnen.

Die eine Zimt-Sorte ist der mittlerweile recht bekannt Ceylon-Zimt, also die Rinde des “Echten Zimtbaums”. Seine Ursprüngliche Heimat ist Sri Lanka (ehemals Ceylon).

Die andere ist eine noch eher unbekannte Cassia-Sorte mit dem prunkvollem Namen “Vietnamesischer Königszimt”. Und obwohl er dem Cassia-Zimt zugeordnet wird, enthält er nur wenig Cumarin.

Cassia-Zimt, also die Rinde der Zimtkassie, enthält in der Regel eine große Menge Cumarin. Er stammt größtenteils aus Südchina und ist wesentlich leichter zu ernten und zu verarbeiten. Dadurch ist er natürlich günstiger zu produzieren und wird daher häufig für industrielle Produkte verwendet, zum Beispiel Zimtsterne. Der geschmackliche Vorteil von Cassia-Zimt liegt darin, dass er eine leicht pikant-scharfe Note hat. Gerade für Süßspeisen kann das spannend sein.

Wer also auf der Suche nach einer süß-pikanten Alternative zum recht blumigen Ceylon-Zimt ist, sollte den Vietnamesischen Königszimt probieren.

Bevor es gleich mit dem Rezept weitergeht noch ein Tipp für die kommende Weihnachtsfeiertage: Wenn die Großfamilie zusammenkommt, ist ja nicht immer nur Harmonie angesagt. Um stressigen Gesprächen aus dem Weg zu gegen, kaufe ich gern ein großes Klemmbausteine-Set. Und der Trick funktioniert gerade bei den männlichen und diskutierfreudigen Mitgliedern der Familie ganz wunderbar: Wie alle wissen, ist der Mann nicht multitasking-fähig. Mit Anleitung lesen und Steine raussuchen sind zwei Aufgaben zu bewältigen, was das Sprachzentrum zumindest während der Bauphase außer Kraft setzt. Dann herrscht weihnachtliche Ruhe und man hört nur hier und da das Schmatzen beim Verzehr der Kekse.

Rezept

Für den Teig

200 g gemahlene Mandeln
100 g Puderzucker
1 Eigelb
1 TL Zimt (Ceylon oder Vietnamesischen Königzimt)
Prise Salz

Für die Glasur
1 Eiklar
100 g Puderzucker
Prise Salz

Alle Zutaten für den Teig gut miteinander verkneten und mit einem Nudelholz zwischen zwei Lagen Backpapier etwa 0,5 cm dick ausrollen.

Für die Glasur das Eiklar steif schlagen und nach und nach den Puderzucker einarbeiten. Es sollte ein fester Schaum entstehen.

Die Sterne ausstechen und noch nicht aus dem Teig heraustrennen. Den Eischnee gleichmäßig auf dem Teig verteilen und erst dann die Kekse vorsichtig herausnehmen. Auf ein Backblech legen und im vorgeheizten Backofen (Ober-Unterhitze) in der untersten Schiene bei 150 °C 12 min backen.

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