- Kolumne
96: Kochen lernen mit Rezepten
Kochen lernen wie eine Sprache: Zutaten als Vokabeln, Regeln als Grammatik und Praxis durch gute Rezepte.
Ein Beitrag von Torsten Kluske
Kochen lernen wie eine Sprache: Vokabeln, Grammatik, Praxis.
Unser Sohn bringt sich gerade das Kochen bei. Und wir haben viel darüber geredet, wie man am besten vorgeht. Gibt es Strategien, die den Weg zum Küchenprofi abkürzen?
Ich vergleiche das Ganze gern mit dem Erlernen einer Fremdsprache: Da ist der Weg klar vorgegeben. Man besorgt sich eine Grammatik und ein Wörterbuch und versucht zunächst die Grundregeln zu verstehen. Hat man einen gewissen Wortschaft gelernt, beginnt man mit dem Lesen kurzer Sätze bis hin zu längeren Texten. Sprechen übt man idealerweise vor Ort. Am Ende zählt die praktische Anwendung.
Überträgt man das Ganze auf das Kochen, klafft eine Lücke im Lernmaterial: Ein Wörterbuch der Küche wäre eine Übersicht der Zutaten. Die Grammatik die Regeln, wie die Zutaten zusammenkommen: Welche passen zusammen und wie verändern sie sich durch Kombination oder Hitze?
Kochbücher sind leider in den meisten Fällen nur Rezept-Sammlungen. Man lernt beim Nachkochen also immer nur eine sehr spezielle Zubereitung. Bis auf wenige Ausnahmen fehlt in so gut wie jedem Rezept eine Erklärung, warum man etwas auf die eine oder andere Art erledigen soll: „Den Ofen auf 160 °C Umluft vorheizen.”
Warum das Gericht nicht in den kalten Ofen schieben? Warum nicht bei 150 °C? Warum nicht Ober-/Unterhitze?
Viel besser wäre es, ein Rezept nur als praktisches Beispiel für bestimmte Grundregeln des Kochens zu sehen. Dafür bedarf es ein paar zusätzlicher Informationen zu den Zutaten und Zubereitungsschritten. Und mit diesem Wissen lässt sich vieles von einem auf ein anderes Gericht übertragen.
Natürlich eignen sich manche Rezept besser als andere. Und so kamen Phil und ich auf die Idee, passende Rezepte herauszusuchen.
Auch da sind sich Sprachen und Rezepte ähnlich: Es gibt Prinzipien, die immer wieder gelten.
Unsere erste Wahl viel auf eine Lasagne: Bolognese, Béchamel und Mirepoix – das Gericht ist ein Füllhorn an Küchenwissen, das sich auf andere Rezepte übertragen lässt. Den Link zur Lasagne habe ich schon in der letzten Kolumne erwähnt, ihr findet ihn hier, das nächste Video dreht sich um Coq au vin. Falls dich die Idee “Kochen lernen mit Gerichten” interessiert, abonniere gern meinen YouTube-Kanal.
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