Woher der Hot Dog seinen Namen hat

Der Hot Dog verdankt seinem Namen einem Witz. Amerikanische Studenten machten sich darüber lustig, dass keiner wusste, was genau in der Wurst drin ist. Wir finden es gemeinsam raus und machen sie einfach selber.

Ein Beitrag von Torsten Kluske

Was für ein Aufwand

Der Hot Dog heißt so, weil niemand wusste, was drin war. Der Name entstand in den 1890ern durch amerikanischen Studenten, die die Herkunft des Wurstfleisches anzweifelten. Dass die deutschen Metzger, die den “Hot Dog” 1850 mitbrachten oft Wurst-förmige Hunde, die Dackel, hielten, heizte die Gerüchteküche weiter an. Dass sie Wiener Würstchen als “Dachshunde” bezeichneten, machte es nicht besser.

Trotz des Namens und des unbekannten Inhalts sind die Hot Dogs zu einem echten Fast Food Klassiker geworden. Was früher Dachshund-Wurst hieß, heißt heute in Deutschland “Wiener”, und in Österreich “Frankfurter”. Der Inhalt ist aber in beiden Fällen gleich. Dass zur Herstellung kein Hund verwendet wird, sollte also klar sein. Wer wirklich wissen will, was drin ist und wie es hergestellt wird, sollte sich selbst in die Metzgerküche begeben.

Das bringt mich zu unserem Hot Dog Projekt, über das wir in dieser Kolumne geschrieben haben. Dort ging es darum, einen Hot Dog komplett selber zu machen, vom Brötchen bis zum Wiener Würstchen. Ein Brätrezept ist dabei nicht das, woran es scheitert, denn das steht in jedem Metzgerlehrbuch. Was nicht jeder hat, ist der Fleischwolf. Und wer die Produkte verstehen will, muss mit den Industrie-Prozessen mithalten. Gut also, dass uns Graef für dieses Projekt einen zugeschickt hat. Seitdem wandern auch Burger-Patties und Bratwurstbrät durch denselben Trichter.

Ein Wiener Würstchen ist nicht einfach Hackfleisch im Darm, sondern eine Emulsion aus magerem Fleisch, Wasser und Fett. Das magere Fleisch und Fett werden getrennt gewolft und dann mit einem Mixstab feinzerkleinert. Salz löst Proteine aus dem Muskel und Diphosphat erhöht den pH Wert und verbessert damit die Protein-Löslichkeit und Wasserbindung. Nitritpökelsalz sorgt später für die rosa Farbe. Man gibt anschließend Eis oder Eiswasser dazu, das erledigt gleich 3 Aufgaben. Es hält die Temperatur unten, löst das Salz und liefert Wasser für den typischen Biss. Die gelösten Proteine legen sich um jedes Fetttröpfchen und halten es fest. Das ist eine Fleischemulsion. Anstelle eines Kutters funktioniert auch eine Küchenmaschine, bei deren Rühren dann die Emulsion entsteht. Das Wurstbrät sollte nicht mehr als 18 °C erreichen, sonst kann sich Fett absetzen. Das Brät wird anschließend in den Darm gefüllt, abgedreht und geräuchert. Beim abschließenden Brühen denaturieren die Proteine und es entsteht ein Netzwerk, das Fett und Wasser dauerhaft festhält.

Das Fast Food ist nur im Essen fast. In der Herstellung dauerte es etwa einen Tag, um alleine die Wiener herzustellen. Dafür hat man Kontrolle und Kenntnis während des gesamten Prozesses. So genau sind die amerikanischen Studenten dem Produkt nicht auf den Grund gegangen, sonst hätten wir heute einen anderen Namen dafür.

Rezept

Der Hot Dog ist wie ein Lego Set. Die Bausteine lassen sich überall verwenden und so kann man sich einfach raussuchen, was nachgemacht wird. Wer nach allen Rezepten sucht, wird in meinem Youtube Video fündig, in dem wir die gesamte Herstellung des Hot Dogs dokumentieren.

Hier mein Rezept für ein Wiener Würstchen:

Geräte

Für das Rezept für die Wiener Würstchen nutze ich den Fleischwolf, die Küchenmaschine und den Stabmixer von Graef. Über den Link bekommt ihr 12 % Rabatt auf den Fleischwolf und die Küchenmaschine.

Zutaten

  • je 500 g Schweine- und Rindfleisch aus Schulter oder Hals
  • 900 g Schweinespeck vom Nacken oder Rücken
  • 500 g Eis-Schnee
  • 40 g Pökelsalz
  • 8 g Diphosphat
  • 10 g weiße Pfefferkörner
  • 1 g Muskatblüte (Macis)
  • 2 Stk. grüne Kardamom-Kapseln
  • 1/4 frische Zwiebel
  • 1 g Koriandersamen
  • 2 g Paprika-Chili-Pulver
  • ca. 4 m Schafsdarm (Saitling) 20/22

Zubereitung

  1. Fleisch und Speck leicht anfrieren, getrennt durch die 5-mm-Lochscheibe wolfen. 1 Stunde ins Gefrierfach. (Der Vorschneider zerschneidet das Fleisch, statt es durch die Scheibe zu pressen → weniger Reibung, weniger Wärme.)
  2. Wieder getrennt durch die 3-mm-Scheibe wolfen. Nochmal 1 Stunde ins Gefrierfach.
  3. Währenddessen die Gewürze fein mahlen und die Zwiebel zu feinem Mus reiben.
  4. Fleisch und Speck mit Pökelsalz und Diphosphat in der Küchenmaschine zu einer mittelfeinen Masse verarbeiten.
  5. Eis zu feinem Schnee zerkleinern (geht gut im Slushy-Maker).
  6. Eis und Gewürze zugeben und kuttern, bis eine zähe, sehr feine Masse entsteht. Endtemperatur 16–18 °C.
  7. Schafsaitling 2–3 Stunden wässern.
  8. Bindungsprobe: einen Löffel Brät in 80 °C heißem Wasser garen.
  9. Darm auf die Wurst-Tülle schieben, vorsichtig füllen, auf Länge abdrehen.
  10. Auf eine Räucherstange aufreihen und antrocknen lassen. Rauch haftet nur auf trockener Oberfläche gleichmäßig.
  11. 1 Stunde bei 70 °C räuchern, bis die Würstchen goldgelb sind. (Ich nehme den Drehspieß im Gasgrill, mit einer Räucherbox voll Buchenmehl direkt auf einem Brenner.)
  12. 15–20 Minuten in 80 °C heißem Wasser garen, nicht kochen. In kaltem Wasser vollständig auskühlen lassen.

Eine Video Anleitung zur Zubereitung findet ihr in meinem Reel: https://www.instagram.com/reels/DaqCZoNsHL3/

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